Zentrifugalkonter

17. Dezember 2013 von Gegengeraden-Gerd

Montag, 16. Dezember 2013, 20.15 Uhr: 1860 München – FC St. Pauli 0:2 (0:0)

Da habt ihr mal Recht, RTL: “Heiße Erotik Live”, diese Tabelle!

Moin zusammen!

Um das mal klipp und klar zu sagen: Allmählich reicht’s mir aber! Guckt Euch das in München mal an: Buchtmann – Bartels – Tor. Fünf Sekunden! FÜNF!

Ein Spiel hat aber 5.400 Sekunden. Kann mir also einer erklären, warum wir uns am Montag mit einem mageren 2:0 zufrieden geben mussten, wenn locker Zeit für ein 1080:0 gewesen wäre? Mit ganz viel gutem Willen, Zugeständnissen an den Betriebsrat und ab und zu Schuhezubinden wenigstens ein 900:0?

Das ist doch Schlendrian so was. Müßiggang! Das lass ich mir nicht länger gefallen. Ich setz mich jetzt vor den Mannschaftsbus. Und wenn der tausendmal gerade in der Waschanlage ist, das ist mir Lachs, Schnuppe, Wumpe, Alsterwasser! „Ich bin St. Pauli – und Ihr …?“

… na gut, irgendwie: auch. Sehr sogar. Aber mal im Ernst: Diese dauernden Überraschungen lassen doch den inneren Wertekompass rotieren wie ein Glücksrad.

Um das Problempferd nochmal von vorn aufzuzäumen: Ein Konter-Bier hilft ja bekanntlich gegen die Folgen eines Rausches. Konter-Fußball dagegen löst den Rausch überhaupt erst aus. Da ist man völlig hilflos gegen. Doppelter Konter: doppelter Rausch. Vierfacher Konter …? Na, Ihr könnt Euch das ja vorstellen.

Ein Konter-Bier hilft ja bekanntlich gegen die Folgen eines Rausches. Konter-Fußball dagegen löst den Rausch überhaupt erst aus.

Aue: ein langer Ball von Buchtmann auf Bartels. Tor! Kopfball Ratsche, Solo und Querpass Bartels auf Gregoritsch. Tor! München: Nöthe – Rzatkowski – Nöthe. Tor! München zwei: siehe oben. Das ging ein ums andere Mal dermaßen schnell, dass ich endlich verstanden habe, warum das heißt: „Ein Tor fällt“. Diese Tore fielen schlagartig wie Schneeflocken aus Backstein. Wenn es so was gäbe.

Bei dieser Art Hochgeschwindigkeitsfußball wird der Auswärtsblock zur Zentrifuge. Kennt Ihr doch: Diese Dinger, in denen Kampfjetpiloten ausgebildet werden. Die drehen sich immer schneller immer schneller immer schneller, bis einem die Gehirnmasse papierdünn zusammengequetscht an der hinteren Schädelinnenseite klebt. Schlauer macht das natürlich nicht. Aber, jedenfalls was die St. Paulianischen Zentrifugalkonter angeht: glücklich.

Also danke, Jungs! Nicht nur für Tabellenplatz drei. Sondern auch für die Art, wie Ihr da hingekommen seid. Nur um eins solltet Ihr Euch allmählich Gedanken machen: Wenn Ihr noch schneller spielt, kann das menschliche Auge das irgendwann nicht mehr erkennen. Und dann braucht man ne Superzeitlupe, um eure Tore überhaupt noch zu sehen. Und alle hängen nur noch vor der Glotze.

Aber gut, irgendwas ist ja immer. Jedenfalls: Wenn Ihr so weitermacht wie in München, geh ich doch noch den Mannschaftsbus blockieren. Weil ich Euch auf keinen Fall in die Winterpause lassen will.

Beschleunigte Grüße,
Euer Gerd

Veröffentlicht in FC St. Pauli

7 Antworten

  1. #fcsp auf der Erfolgsspur kurz vor der Winterpause – 3er bei 60 | KleinerTods FC St. Pauli Blog

    [...] zum Auswärtsdreier bei 1860: http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=7369 http://www.gegengeraden-gerd.de/fc-st-pauli/zentrifugalkonter/ Weitersagen:TeilenTwitterFacebookGoogleGefällt mir:Gefällt mir [...]

  2. 18.Spieltag (A) – TSV 1860 München | Übersteiger-Blog

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  3. Ich habe ein Kissen dabei » Magischer FC

    [...] Der Erfolgsfan Gegengeraden Gerd (typisch Gegengerade halt ) schreibt auch mal wieder. [...]

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    [...] Gegengeraden-Gerd kritisiert den FC St. Pauli und droht, den Mannschaftsbus zu blockieren + + + Einmalig: Ajax [...]

  7. Dieter

    Pauli hat noch alle Chancen in die BL aufzusteigen.
    Da sollte man nicht unzufrieden sein ;-)

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Über Gegengeraden-Gerd:

Gerhard von der Gegengerade, 55, ist seit 1910 Dauerkarten-Besitzer des FC St. Pauli.

Als leicht entflammbare Ein-Mann-Meckerecke regt er sich über das Geschehen am Millerntor und in der sonstigen Fußballwelt auf. Das Ergebnis veröffentlicht er hier und auf Twitter in wüsten Pamphleten zwischen Wahn (klar erkennbar) und Witz (möglicherweise unfreiwillig).

Nebenbei unterstützt Gerd die Stadionzeitung VIVA ST. PAULI als Fußball-Sachverständiger.