Schnappatmung deluxe

24. November 2013 von Gegengeraden-Gerd

Montag, 11. November 2013: FC St. Pauli – Energie Cottbus 3:0 (1:0)
Sonntag, 24. November 2013: VfR Aalen – FC St. Pauli 0:1 (0:1)

Erschienen in VIVA ST. PAULI Nr. 189. Zum Herunterladen: Bild anklicken.

Moin zusammen!

Wenn der FC St. Pauli auswärts 1:0 führt, so wie in Aalen, ahnt man, dass die Sache einen Haken hat. Diesmal war ich mir sogar sicher. Und zwar gleich mehrere!

Alle von Christopher Nöthe geschlagen. Wenn heute noch einer wüsste, was das heißt, würde ich ihn glatt „Meister Lampe“ nennen. Nicht wegen Hasenfüßigkeit natürlich. Sondern wegen des Laufstils.

Ich habe nach dem Spiel mal versucht, Nöthes Treffer bei einigen Lockerungsübungen im Park zu rekonstruieren. Schlechte Idee. Im Vergleich zu meinen Beinen danach wirkt ein Topf Spaghetti aufgeräumt.

Ob Christopher Nöthe seine Beine mit Olivenöl begießt, damit sie nicht zusammenkleben? Wobei: Geschmolzene Butter geht auch. Sagt Tante Kriemhild. Butter- oder Olivenöltyp: Das sind die Sachen, die ich hier mal im Interwihf lesen will, liebe VIVA-Redaktion!

Aber ich will mal nicht zu kritisch sein. Immerhin hatten die Jungs das Salz im Nudelwasser nicht vergessen. Vielleicht sogar leicht überwürzt gegen Ende, die Partie. Dafür Al Dente. Besonders meine Nebenleute. Ich mein das ja nicht böse, aber wenn mein Adrenalinpegel überquillt, neige ich zum Schnappen. Die einzige Sache, die ich mit Schoßhündchen gemeinsam habe. Die einzige!

An sich die klassische Schnappatmung. Nur dass ich die beiden Sachen eben abwechselnd mache, Schnappen und Atmen, Atmen und Schnappen. Wie Yin und Yang auf Koks.

Will sagen: War spannend in Aalen. Vor allem, weil ein 1:1 kurz vor Schluss ungefähr so verdient gewesen wäre wie die Bau-Mehrkosten von diesem Bling-Bling-Bischof, von dem sie alle seit Monaten erzählen.

Ja, da war der vermutete Abwehrbeton. Normalerweise können unsere mit so was ungefähr so gut umgehen wie Tante Kriemhild mit dem Fahrkartenautomaten am Hamburger Hauptbahnhof. Aber diesmal? Gerannt sind sie! Gebissen haben sie! Kilometer gemacht haben sie!

Ob Christopher Nöthe seine Beine mit Olivenöl begießt, damit sie nicht zusammenkleben?

Endlich hatten sie hatten das Gegenmittel gefunden. Der Triumph der Nudel über den Beton, sozusagen. Durchgebrochen wie Grashalme durch den Asphalt. Herrlich!

Cottbus war da anders, da fehlte sozusagen die oberste Schicht vom Straßenbelag. Das war Bohren im Sandstein, Nägel in Kuchen schlagen. Was hat der Cottbusser Trainer Takyi und Co bloß in der Kabine erzählt: „Widerstand zwecklos?“

Na gut, will das auch nicht kleinreden. Wann komm ich schon mal dazu, mich beim Stand von 3:0 für den FC St. Pauli über ein oder zwei Tore zu wenig aufzuregen? Ja, liebe Freunde, auch das ist Schnappatmung. Aber deluxe. Kann ich mit leben.

Bissige Grüße,
Euer Gerd

Veröffentlicht in FC St. Pauli

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Über Gegengeraden-Gerd:

Gerhard von der Gegengerade, 55, ist seit 1910 Dauerkarten-Besitzer des FC St. Pauli.

Als leicht entflammbare Ein-Mann-Meckerecke regt er sich über das Geschehen am Millerntor und in der sonstigen Fußballwelt auf. Das Ergebnis veröffentlicht er hier und auf Twitter in wüsten Pamphleten zwischen Wahn (klar erkennbar) und Witz (möglicherweise unfreiwillig).

Nebenbei unterstützt Gerd die Stadionzeitung VIVA ST. PAULI als Fußball-Sachverständiger.