“Sagen se getz nix!” Oder: Wie man Ben Redelings zum Schweigen bringt

11. Februar 2012 von Gegengeraden-Gerd

Nachbarn kann man sich ja nich aussuchen. Inner Gegengerade zum Beispiel steht schon seit Jahren so ne Brillenschlange neben mir, deren Bücher kein Mensch liest. Und die schwärmt seit gefühlten 3 Jahrhunderten von einem gewissen Ben Redelings. Von wegen Fiege-Pils, Cörrywurst, lustige Bücher.

Freunde der Südsee“. “Halbzeitpause“. “Dem Fußball sein Zuhause“. “Ein Tor würde dem Spiel gut tun“. Und so weiter. Wenn Brille dann noch von dem Redelings ihm seinen Auftritten mit Scudetto und so anfängt, is’ erst recht Alarm. Ich nick dann eifrig und sach “toll”. Damit ich irgendwann mal wegkomm.

So ähnlich war das auch neulich, als er mich fragte, ob ich nich mal was mit dem Redelings machen könnte auf meiner (dieser) Hochfrequenzinternetseite, für die Brille immer die Sachen ins Netz stellt (kein Leben ist völlig ohne Sinn). “Der is’ doch VfL-Fan”, und wo wir doch gegen Bochum spielen und so. Also hab ich einfach “Ja”  gesagt.

Später hab ich dann mal nachrecherchiert, was ich so finde über den Kollegen. Ergebnis: Offensichtlich interessiert hauptsächlich seine Frisur.

Weil der Spaßvogel gewettet hat, dass er sich die Frise von Marco Reus aufs Haupt meißeln lässt, wenn sein nächstes Buch “Tausche Schwester gegen Endspielkarte” wieder auffer SPIEGEL-Bestsellerliste erscheint (ist ihm mit “Ein Tor würde dem Spiel guttun” tatsächlich schon mal passiert, kann ich mir nur mit organisiertem Verbrechen erklären), sollen die Vorbestellungen schon im neunstelligen Bereich liegen. Manchmal ist das Mitleid der Menschen wirklich grenzenlos, denn neues Haupthaar wäre beim Redelings eine wohltätige Maßnahme. Wie Ihr, liebe Leserinnen und Leser, gleich sehen werdet.

Weil nämlich die Beauty-Tipps bei mir auf der Seite schon immer mehr Klicks gebracht haben als die ollen Fußballschoten, hab ich mir gedacht, ich verbinde das Unangenehme einfach mittem Nutzlosen und klaue schamlos bei der Süddeutschen Zeitung. “Sagen Sie jetzt nichts!”. Interview ohne Worte. Kennt Ihr doch bestimmt, oder? So bleibt uns das Gesabbel erspart. (Außer diese unendliche Vorrede natürlich.)

Und was soll ich sagen? Punktgewinn für den Spaßvogel aus Bochum! Der hat tatsächlich mitgemacht und den ganzen Killefitz mit der eingebauten Kamera seines tragbaren Rechners aufgenommen. Auffer Rückfahrt vonner Deutschen Akademie für Fußballkultur in Nürnberg. Und natürlich erst, nachdem er nen Zuch gefunden hatte, dessen Polsterung 1:1 zu seinem VfL-Fan-Outfit passt.Für die Mitreisenden dürfte das eine ziemlich bizarre Begegnung geworden sein.
Also los geht’s mit die gnadenlos investigativen Fotofragen, Herr Redelings!
1. Jaja, ich weiß von meinem Tribünennachbarn, Sie können am Sonntach bei FC St. Pauli vs. Bochum nich dabei sein von wegen Familie und so. Aber machen se doch trotzdem bitte mal Ihren typischen Gesichtsausdruck bei einem Graupenkick bei -20 Grad Kälte. (Wundernse sich nich über “Graupenkick”, ich hab unser Spiel gegen Aachen gesehen, ich hab Vorahnungen.)
1.1 Bei Anpfiff:
1.2 In der Halbzeitpause:
1.3 Nach Abpfiff:
(Watt? Allet wieder im Lack? Versteh mir einer die Bochumer …)
1.4 Beim ersten Nachspielbier inner Kneipe Trinkhalle:
1.5 Beim achten Nachspielbier:
1.6 Wennse dat der Göttergattin hinterher erklären:
2. Und wie sehense aus, wennse diesen “Pulsschlag aus Stahl” haben, von dem der Grönemeyer immer singt?
3. A propos: “Du bist keine Schönheit” trifft ganz gewiss auf Sie zu, “von Arbeit ganz grau” eher nicht. Färben Sie, haben Sie den letzten Abstieg nich mitbekommen, oder is das ein Toupet, wasse da aufm Kopf mit sich spazieren tragen?
4. Wo wir gerade von “grau” sprechen. Was is eigentlich aus der “grauen Maus” geworden? War die nicht sogar mal Maskottchen bei Sie? Habense eine davon zu Hause?
(Na sowatt. Muss wohl runtergefallen sein.)
5. Bei Ihnen umme Ecke läuft das Leder ja gerade etwas runder als zuletzt. Neidisch auf Schalke?
6. Oder doch eher neidisch auf Dortmund?
7. Ich nenn Ihnen getz mal drei charakteristische Bochumspiele. Tunse mir doch den Gefallen und machense jeweils dat passende Gesicht dazu.
7.1 Relegation gegen Gladbach letztes Jahr:
7.2 Brügge und Trabszonspor damals im UEFA-Cup 97:
7.3. Zweite Runde DFB-Pokal auf St. Pauli am 25. Oktober 2005:
8. Wo Sie doch jetzt bald wieder Vater werden: Irgendwelche Psycho-Tricks, mit denen se Ihre Blagen trotz hoffnungslos überlegener Konkurrenz umme Ecke auf Bochum-Kurs trimmen?
9. “So sehen Sieger aus” – wie?
10. Prognostizieren Sie bitte Ihren Gesichtsausdruck nach dem Spiel gegen St. Pauli am Sonntach, dem 12. Februar 2012:
11. Und zum Absch(l)uss: Haltense doch mal Ihren Lieblings-VfL-Helden inne Kamera!
(Für alle, die nich “Mens’ Health” lesen: Dat is Thorsten Legat!)
Vielen Dank fürs Grimassenschneiden!
Und nu lassen se sich mal in aller Ruhe vonner Bahnpolizei abführen …
– Wer getz immer noch nich genug hat:
Ben Redelings’ neues Mammutwerk “Tausche Schwester gegen Endspielkarte – das ultimative Buch der Fußball-Wahrheiten 02” erscheint am 31. März 2012 für 9,95 Euro im Verlag Die Werkstatt!
Nachtrag: Das geplatzte Hemd aus Frage 10 hat der gute Mann inzwischen bestimmt wieder zugenäht, bekanntlich drehte der magische FC mal wieder ein Spiel. 2:1 – pass irgendwie zum Untertitel von diesem Blogbeitrag,
Zum Anschauen: Stefan Groenvelds wie immer sehr gelungene Bilder zum Spiel
Zum Nachlesen: Spielberichte auf magischerfcblog.de, von Frau Jekylla auf Fabulous Sankt Pauli, von SPNU, KleinerTodBeebleblox und dem Quotenrocker; Presseschau auf Blutgrätsche deluxe.

Zum Nachhören: Die AFM-Radioreportage zum Spiel von Wolf Schmidt

Mein Spielbericht _mit_ Worten: Schachtenbummler

Veröffentlicht in FC St. Pauli

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Über Gegengeraden-Gerd:

Gerhard von der Gegengerade, 55, ist seit 1910 Dauerkarten-Besitzer des FC St. Pauli.

Als leicht entflammbare Ein-Mann-Meckerecke regt er sich über das Geschehen am Millerntor und in der sonstigen Fußballwelt auf. Das Ergebnis veröffentlicht er hier und auf Twitter in wüsten Pamphleten zwischen Wahn (klar erkennbar) und Witz (möglicherweise unfreiwillig).

Nebenbei unterstützt Gerd die Stadionzeitung VIVA ST. PAULI als Fußball-Sachverständiger.