Rechenschieber
Mo., 17.10.11, 20:15: FC St. Pauli – Fortuna Düsseldorf 1:3 (1:1)

Ihr kennt doch bestimmt den Film „Harold und Maude“? Klassiker aus den 70ern! Eigenwilliger junger Mann besucht als Hobby Beerdigungen und schockt seine Frau Mama mit vorgetäuschten Selbstmorden.
Ich weiß ja nicht, was Herr Sascha R. aus Düsseldorf in seiner Freizeit so macht, aber aus irgendeinem Grund musste ich bei seinem Auftritt an diesen Film denken.
Wobei der junge Harold im Laufe eines abendfüllenden Spielfilms vielleicht fünf oder sechs Tode stirbt – R. allein zwischen Spielminuten 35 und 40 handgezählte drei. Respekt!
Als ich zu Hause war und mich ein wenig abgeregt hatte, hab ich das mal durchkalkuliert: Sollte Herr R. eine Lebenserwartung von – sagen wir – 80 Jahren erfüllen, was ich ihm vollen Herzens gönne, so stehen ihm in dieser Zeit rund 42 Millionen Minuten zur Verfügung. Behält er seine Schlagzahl von kurz vor der Pause bei, schafft er in dieser Zeit 25,3 Millionen Scheintode. Das ist doch mal eine Perspektive!
Wenn Rösler seine Schlagzahl beibehält, schafft er 25 Millionen Scheintode, bis er 80 ist!
Und wo ich gerade so schön am Rechnen war, hab ich auch noch das „Lambertz-Manöver“ aus Minute 45+1 in die Maschine gefüttert. Nur 16 Sekunden von „Alles in braun-weißer Butter“ bis „drei St. Paulianer verladen, Ball im Netz, Ausgleich für Fortuna!“ Bei der Geschwindigkeit könnten pro Fußballpartie 337,5 Tore fallen statt nur 4 wie Montag gegen Düsseldorf. Selbst mit ordentlich Zeit für Sanitäter-Einsätze sind noch gut 200 drin.
Man muss dazu allerdings flinker sein als unsere Jungs an Montag. Mehr so wie eine ganz andere Mannschaft. Mehr so wie … unsere Jungs am Montag! Und zwar die der ersten 20 Minuten! Als das Mittelfeld um Minute 15 so dicht schien wie der Nebel in Edgar-Wallace-Filmen und die boys in brown trotzdem hindurchfanden! Und dann: Pass Schachten, Hackentrick Bartels, Schuss Kruse, TOR!
Da war die Welt nicht nur in Ordnung, sondern schön. Und dann? Ging allmählich die Harmlosigkeit auf uns über, als hätten wir uns bei den Düsseldorfern der ersten Halbzeit angesteckt – oder als wollten wir die Dramaturgie des Aue-Spiels ein zweites Mal inszenieren.
Die Schauspielkunst der Glücksgöttinnen-Truppe war brotlos. Punkte gab’s für besseren Fußball.
Und so hätten wir vielleicht sogar zu Elft und ohne Gelb-Rot für Thorandt zurecht verloren. Selbst wenn es für Aluminiumtreffer Sonderpunkte gäbe (Boller!!! Schindler! Schachten! – Aber auch Beister und Rösler …). Die Schauspielkunst der Glücksgöttinnen-Truppe war brotlos. Die Punkte gab’s für den besseren Fußball.
Eines ist trotzdem klar: Sollte ich auf meine alten Tage noch mal Vater werden, werde ich mein Kind sicher nicht „Sascha“ nennen. Es stürbe mir einfach zu oft. Jedenfalls wenn es nach einem ganz bestimmten Namenspatron schlägt …
Foto: Stefan Groenveld
Mehr zum Spiel:
Audioreportage von Wolf Schmidt (AFM-Radio)
Bildergalerien: Stefan Groenveld, fcstpauli.com, USP
Berichte/Kommentare: KleinerTod, MagischerFC, Metalust, Breitseite, Ring2, St. Pauli.nu*, “Blutgrätsche Deluxe”-Presseschau
Nachtrag vom 14. Februar 2012 (Valentinstach, hihi): Irgendwie ist der liebe Herr Derbyverlierer V. aus (jetzt) F. auf den lieben Herrn R. aus D. _noch_ schlechter zu sprechen als ich es je war. Fühle mich rechts überholt auf der Pöbel-Autobahn …:
Highlights aus Armin Vehs Nachspiel-Pressekonferenz nach dem Spitzenspiel Fortuna Düsseldorf – Eintracht Frankfurt
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Veröffentlicht in FC St. Pauli


14. Februar 2012 um 23:38
Hab mich heute auch zum Thema Rösler ausgelassen. Mache mir Sorgen um ihn. Im aktuellen Podcast ab 13:45 http://einschlafen-podcast.de/2012/02/138-liebe-sascha-rosler/
15. Februar 2012 um 19:28
[...] Pressekonferenz Gegengeraden Gerd Tweet (function(d, s, id) { var js, fjs = d.getElementsByTagName(s)[0]; if [...]