Heiteres Beruferaten
So., 03. Mai 2009, 14.00 Uhr: RW Ahlen - FC St. Pauli 1:0
Fr., 24. April 2008, 18.00 Uhr: FC St. Pauli - SC Freiburg 1:2

Versetzen wir uns doch einfach zurück in gute alte Zeiten: Das heitere Beruferaten mit Robert Lembke. Erinnert sich noch einer daran? Das war so um die Zeit, als wir auswärts noch ab und zu gewonnen haben. Ein Riesenspaß, bei dem Schreibmaschinendesinfizierer, Bierdeckelnormgerechtigkeitsprüfer, Gewürzgurkenvermesser und andere Inhaber seltsamer Jobs mal richtig auftrumpfen konnten.
Aber kein Kandidat wäre auch nur halb so schwer zu erraten gewesen wie unsere Mannschaft beim Ahlen-Spiel, wenn wir uns das mal wie eine Folge „Was bin ich“ vorstellen: „Machen Sie doch einfach eine typische Fußbewegung.“
Au ha. Also, da wäre das ausgefuchsteste Rateteam nicht drauf gekommen, was das wohl für ein Beruf sein sollte. Die typischen Fragen hätten auch nicht viel geholfen: „Verlangt ihre Tätigkeit im weitesten Sinne handwerkliches Geschick?“ „Machen Sie Menschen glücklich?“ Jedes „Nein“ fünf Mark, wisst Ihr noch? Das Schweinderl wäre prall gefüllt gewesen.
Vielleicht wollte unsere Mannschaft statt „Was bin ich“ auch das lustige „Gegenteil“-Spiel aus der Sesamstraße spielen: „nah“ / „fern“, „gut“ / „schlecht“, Ihr versteht schon.
Denn Freiburg war ne völlig andere Geschichte: rasant, heroisch, tragisch, mit mehr aberkannten Toren als andere in drei Spielen anerkannt kriegen und nem herrlich kombinierten 1:0, das ganz klar nach Berufswunsch „Aufsteiger“ aussah. Und das auch noch bei gutem Wetter!
Ich fühlte mich wie ein Entführter auf den Planeten „Fußball“. Einschließlich schwerstem Stockholm-Syndrom, Ihr wisst schon: Opfer sympathisiert mit den Tätern. Das blieb auch noch so, als das 1:1 fiel, und zwar dermaßen aus heiterem Himmel, wie es an diesem Tag sonst nur Hagel getan hätte. Den hätte ich allerdings lieber in Kauf genommen.
Dann hat sich der Hain halt ein bisschen weit vor dem Tor gesonnt – aber gerecht war das nicht! Und na schön: Die Abwehr sah ziemlich offen aus beim 1:2. Aber zwei Chancen, zwei Tore für den Gegner? In einem der besten Spiele der Saison?
Na gut: lieber ne blutige Nase geholt als vor Wut geschnaubt. Mal gucken, was wir gegen Mainz für typische Fußbewegungen sehen. Wir ham ja wieder ne Spitzenmannschaft zu Gast …
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Veröffentlicht in FC St. Pauli
19. Januar 2010 um 21:39
[...] die vom Stamme der Vu. Die, deren Namen die Franzosen rufen, wenn sie das komische Gefühl haben, irgendwas nu aber wirklich schon mal erlebt zu haben irgendwo, [...]