Gruß aus der Küche

5. August 2012 von Gegengeraden-Gerd

Trauer um einen großen St. Paulianer. Ein FCSP ohne Günter Peine – das fühlt sich wie ein Ding der Unmöglichkeit an.  Foto: www.magischerfc.de

 

Fr., 3. August 2012, 18 Uhr: FC Erzgebirge Aue – FC St. Pauli 0:0

Soll ja Leute geben, die sich ausschließlich von Licht ernähren. Ernsthaft! Keine Bratwurst, kein Tofu, nur Liebe, Luft, Sonnenschein und ab und zu ein kleiner Snack aus der Taschenlampe, wenn das Wetter nicht will.

Kann ich mir absolut vorstellen. Schließlich ernähr ich mich seit Jahrzehnten fast ausschließlich von Fußball, den gibt’s auch nicht an jedem Imbiss. Dafür ist Flutlicht da gleich mit bei.

Und Tore, normalerweise. Das, was Kicketarier wie mich so richtig satt und zufrieden macht. Man kann sagen, Tore sind die Ballaststoffe des Fußballs. „Quellen im Kopf auf und sorgen durch Zunahme des Volumens für eine Verstärkung des Sättigungsgefühls.“ Weiß sogar Wikipedia (fast).

Klar, dass die letzen Monate ziemlich hart für mich waren. Seit Paderborn nix Richtiges mehr gegessen. Seit Mai! Das Europa- und Testgekicke? Mehr so wie Fast Food: stopft, aber macht nicht satt. Vollkorn ist braun-weiß.

Bei mir also bester Appetit am Freitag. Und Magengrummeln. Dass die braun-weiße Gourmetfraktion ihr Vollwertbuffet ausgerechnet im Erzgebirge eröffnete, war nicht so mein Geschmack. Schlimme Mundräubertruppe da unten. Hat uns letzte Säsong keine Schnitte gelassen. Zwei Mal!

Und diesmal? Hatten die wackeren Steiger aus dem Schmerzbergwerg schon wieder ihre Finger in der Durchreiche. Immer hübsch knapp übers Tor, die Freistöße. Und dann: Innenpfosten in der nochundachtzigsten Minute, INNENPFOSTEN!

Knappstmöglich an der Nulldiät vorbei. Wenn meine Mähne nicht so prächtig wäre, würd ich „Um Haaresbreite“ sagen.

Hätte aber auch ein voller Teller für uns werden können. Ebbe hatte den braun-weißen Festschmaus fast in der Röhre, mehrmals. Auch Thy hätte treffen können, Boller, Bruns.

Die kicketarische Küche ist einfach, aber anspruchsvoll: Wenn gegnerische Keeper zu gut, Winkel zu spitz, Gegenspieler zu dazwischen und Tore nen Tick zu weit links sind, dann bleibt Schmalhans  halt Küchenmeister. (Ab davon, dass es zwischendurch so aussah, als wollte Braun-Weiß schon nach 75 Minuten die Küche schließen.)

Am Ende: Ein Punkt.  Wenigstens ein bisschen was zwischen die Zähne – wenn’s auch mehr so ein „Gruß aus der Küche“ war. Aber den gibt’s bekanntlich nur in besseren Restaurants. Freu mich auf den Hauptgang.

Euer Gerd

P.S.: Sind Punkte jetzt die Kohlehydrate oder das Eiweiß des Fußballs? Keine Ahnung, müsst ihr mir sagen.

Zum Weiterlesen: Mein Saisonrückblick 2011-12 

Mehr zum Spiel: Magischerfcblog, Breitseite St. PauliKleinerTod (inkl. Testspiel Aberdeen), Metalust, SPNU, Nord Support (ein “Roadmovie”), AFM-Radio-Podcast

Veröffentlicht in FC St. Pauli

2 Antworten

  1. Tägliche Presseschau des magischen FC, 06.08.2012 | Blutgrätsche Deluxe

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  2. Auftakt der Saison 2012/2013 in Aue nach dem Test des #FCSP gegen Aberdeen « KleinerTods FC St. Pauli Blog

    [...] zum Spiel in Aue lesenswert: http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=6499, http://www.gegengeraden-gerd.de/fc-st-pauli/gruss-aus-der-kueche/ und http://metalust.wordpress.com/2012/08/06/total-egal/. [...]

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Über Gegengeraden-Gerd:

Gerhard von der Gegengerade, 55, ist seit 1910 Dauerkarten-Besitzer des FC St. Pauli.

Als leicht entflammbare Ein-Mann-Meckerecke regt er sich über das Geschehen am Millerntor und in der sonstigen Fußballwelt auf. Das Ergebnis veröffentlicht er hier und auf Twitter in wüsten Pamphleten zwischen Wahn (klar erkennbar) und Witz (möglicherweise unfreiwillig).

Nebenbei unterstützt Gerd die Stadionzeitung VIVA ST. PAULI als Fußball-Sachverständiger.