Das Gerdsche Gesetz

1. Oktober 2008 von Gegengeraden-Gerd

Fr., 19.09.2008, 18.00: FC St. Pauli - TSV 1860 München 1:0
Fr., 26.09.2008, 18.00: FC Hansa Rostock - FC St. Pauli 3:0

Gut abgeschirmt beim Festival der Liebe. Foto: Norbert Harz.

Ganz knappe Sache mal wieder gegen Rostock. Also sowas von knapp: die entscheidenden 90 Grad daneben, die entscheidenden 50 Schritte zu spät, das entscheidende Tönnchen Glück in Nachbars Beet und nicht in unserm. Bester Stoff für Anhänger der Deutschen Frustball-Nationalmannschaft, auch bekannt als FC St. Pauli.

Immerhin – so zum Wachrütteln und damit der Leidensnerv nicht abstumpft: Zuvor gab’s fünf geniale Sekunden gegen München. Ohne Vorwarnung und nicht mal in Gegners Hälfte drischt der Gunesch auf einmal die Pille in die Luft, dass ich schon „SPIELAUFBAU! SPIELAUFBAU!“ krakeelen will. Doch siehe: Es war gut!

Denn Ralle, Felgen-Ralle, der Mann mit dem Navigationssystem im Kopf, hat ihn gesehen, ihn, Trojan, ihn, der sich als verkleideter St. Paulianer anpirscht und brasilianisch auftritt. (Also brasilianisch brasilianisch jetzt, nicht st. paulianisch brasilianisch, was ja’n anderer Schnack ist, forza Marcao und so.) Ein Sprint, eine Filigran-Annahme, zwei-drei Schritte, Schuss, TOR!

Und das ganz ohne dickes Ende – jedenfalls gegen München: 11 Freunde, vereint bis zum Schluss! 22 Beine auf dem gemeinsamen Weg zur Kabine! Eine einsame Rote Karte, ungenutzt modernd in Schiris Gesäßtasche! Dass ich das noch erleben durfte!

Doch das Gerdsche Gesetz kennt kein Pardon: Auf jede genossene Sekunde im Gefolge des Magischen FC kommen mindestens sechs erlittene. Also fünf Sekunden purer Genuss am Millerntor – dreißig Sekunden reinster Schmerz im Hansa-Stadion.

Genau so lange brauchte ein gewisser Cetkovic, um sich einwechseln zu lassen, die Pille an einen Herrn Bartels zu schieben (erster Ballkontakt) und als sichtbarer Unsichtbarer neben dem netten Herrn Eger in Richtung Strafraum zu joggen. (Is‘ ja auch fiese: Hat sich nicht mal allen vorgestellt und dann sozusagen ohne Handschlag direkt ans Buffet!) Und dann mit dem zweiten Ballkontakt den Ball wieder entgegenzunehmen und zum 2:0 einzuschieben. Da half kein Rothenbach, kein Morena und auch kein Trojan.

Und Ralle, Felgen-Ralle, der Mann mit dem Navigationssystem im Kopf? In Gegners Hälfte, nur 50 Schritte weit weg. Ich sag ja: Es war knapp.

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Veröffentlicht in FC St. Pauli

Eine Antwort

  1. Gegengeraden-Gerd: Jetzt rede ich! » » Hormon-Inferno

    [...] gab’s für solche Momente der Ekstase mindestens drei unverdiente Gegentore als Strafe – heute gerade mal ein nicht gegebenes Elfmeterchen. Und dann eine großartige zweite Halbzeit, [...]

Dein' Senf dazugeben? Man zu!

Achtung, Achtung: Nich übelnehmen, liebe Kommentatorinnen und Kommentatoren, aber ich guck immer kurz nochmal rauf, was ihr so schreibt. Nich dass das am Ende schlimmer is' als mein Zeugs. Also, wenn eure Sachen nich sofort erscheinen, nicht gleich die Blauhelme rufen oder zehnmal posten. Geht trotzdem schnell. Danke!

Über Gegengeraden-Gerd:

Gerhard von der Gegengerade, 53, ist seit 1910 Dauerkarten-Besitzer des FC St. Pauli.

Gegen Bestechung in Form diverser Sachzuwendungen hat er sich bereit erklärt, die Redaktion der Stadionzeitung VIVA ST. PAULI als Fußball-Sachverständiger zu unterstützen.

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